Factors regarding Phraseologisms’ Forming
This article presents the generating factors of phraseological structures, indicating also the importance of the socio-cultural environment that is reflected in the language. The peculiarity of the universality of phraseological background results from specific sources (the Bible, the ancient mythology, translations of literary works). The phraseological research of the last decades has dedicated a number of studies and articles to phraseologisms which are understood as thesaurus of people’s thinking, observation and experience, where the phenomenon of the national specific has still been kept.
Keywords: phraseology, interculturality, sources of phraseologisms, convergence factors, universality and national-cultural specific
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1. Wie sehr der phraseologische Bestand einer Sprache mit
der Geschichte und der Kultur des betreffenden Volkes
verbunden ist, belegen u.a. die mit Eigennamen
konstruierten Phraseologismen. Hier treten Tatsachen aus
der Vergangenheit, alte Legenden und Überlieferungen
hervor. Die Herkunft vieler Phraseologismen ist nicht
einfach zu bestimmen und die diachrone Forschung ist
lückenhaft und vermag z.T. kein komplettes Bild von dem
Aufkommen und der Entwicklung des phraseologischen
Materials zu geben.
2. Dies bestätigt z.B. Casia Zaharia, Expresiile idiomatice în
procesul comunicării. Abordare contrastivă pe terenul limbilor
română şi germană, Iaşi, Editura Universităţii „Al. I. Cuza”,
2004, S. 194-196.
3. Ausführlicher dazu bei Csaba Földes, Eigennamen in
deutschen phraseologischen Redewendungen. Eine etymologische und
semantisch-stilistische Analyse, in Muttersprache 95/1984/1985,
S. 174-180; Idem, Anthroponyme als Strukturkomponenten
deutscher Phraseologismen, in Zeitschrift für Germanistische
Linguistik 15/1987, S. 1-19; Idem, Onymische Phraseologismen
als Objekt des Sprachvergleichs, in EUROPHRAS 88.
Phraséologie Contrastive. Actes du Colloque International 12.-
16.Mai 1988, Klingenthal/Strasbourg, herausgegeben von
Gertrud Gréciano, Strasbourg, Université des Sciences
Humaines, 1989, S. 127-140; Idem, Deutsche Phraseologie
kontrastiv. Intra- und interlinguale Zugänge, Heidelberg, Julius
Groos, 1996 oder Marek Laskowski, Toponyme im Bereich der
phraseologischen Subsysteme des Deutschen und des Polnischen. Ein
Beitrag zu ihrer konfrontativen Untersuchung und didaktischen
Potenz, in Informationen Deutsch als Fremdsprache 6/2004, S.
596-616.
4. Zit. nach Csaba Földes, Deutsche Phraseologie kontrastiv.
Intra- und interlinguale Zugänge, Heidelberg, Julius Groos,
1996, S. 89.
5. Vgl. rum. a pune pe tapet, dt. aufs Tapet bringen, fr. mettre une
affaire/une question sur le tapis durch die Vermittlung des
Arabischen bzw. des Spanischen in verschiedene Sprachen
Europas eingedrungen. Vielfachen Ursprungs sind u.a.
rum. a avea sânge albastru, (a aşterne) covorul roşu, a fi pe lista
neagră, a fi oaia neagră, masa verde vs. dt. blaues Blut haben, den
roten Teppich ausrollen, auf der schwarzen Liste sein/stehen, das
schwarze Schaf sein, der grüne Tisch. In diesem Zusammenhang
muss in Erwähnung gezogen werden, dass durch vielfältige
Wechselbeziehungen, durch Sprachkontakterscheinungen,
durch das Mit- und Nebeneinander unterschiedlicher
Volksgruppen eine Anzahl von Elementen deutscher
Herkunft in den phraseologischen Bestand des
Ungarischen bzw. des Rumänischen eingegangen sind. Hier
sind genauere Untersuchungen notwendig. Eine geringe
Anzahl von rumänischen Phraseologismen sind als
Anpassungen deutscher Phraseologismen zu werten; z.B.
rum. cu ţucumpac aus dt. mit Sack und Pack in der gleichen
Bedeutung wie die Vorlage oder rum. ceac-pac aus dt. (mit)
Sack und Pack in der Bedetutung ‘schnell, ohne Zeitverlust
(beim Einpacken)’. Vgl. auch das dem österreichischen
militärischen Befehl übernommene Hab Acht! rum. a sta
haptac, ung. hapták. Vgl. Csaba Földes, ibidem, S. 101-102
und 109; Casia Zaharia, ibidem, S. 213.
6. Schild – ursprünglich ‘gespaltenes Holzstück, Brett’; mhd.
Schilt, im Kampf gebrauchtes Schild’ lebt in der Wendung
etw. im Schilde führen weiter. Haube als altes Wort für die
Kopfbedeckung bei Männern und Frauen erscheint in der
Wendung unter die Haube bringen, wobei Haube hier als
Kopfbedeckung, die der verheirateten Frau vorbehalten ist,
zu verstehen ist. In manchen Phraseologismen sind
untergegangene Anschauungen bzw. verschwundene
Wirklichkeitsbezüge erhalten geblieben. Auch rumänische
Phraseologismen sind das Ergebnis bestimmter
geschichtlicher Gegebenheiten (z.B. a umbla în podghiazuri, a
da sfoară în ţară), transponieren Sitten und Bräuche (z. B.
a-şi aprinde paie în cap, a-i tăia cuiva nasul, a da bir cu fugiţii) oder
sind mit der Agrargesellschaft verbunden bzw. indizieren
typische soziale Tatbestände und Beschäftigungen.
7. Vgl auch z.B. dt. mit jmdm. (noch) ein Hühnchen zu rupfen
haben/ein Nüsschen zu knacken/Erbsen auszuschoten/eine Rübe
zu schaben/einen Apfel zu schälen haben. Z. Klimaszewska, Die
Phraseologie auf kulturhistorischem Hintergrund am Beispiel des
Deutschen, Niederländischen und Polnischen, in Begegnungen mit
dem “Fremden”: Grenzen – Traditionen – Vergleiche. Akten des
VIII. Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanische
Sprache- und Literaturwissenschaft 27.08.-1.09. 1990 Tokyo,
herausgegeben von Eijiro Iwasaki; Yoshinori Shichiji,
München, iudicium, 1991, Bd. 4, S. 366 verweist darauf,
dass dem dt. Hühnchen das niederländische appeltje
(‘Äpfelchen’) gegenüber steht, während hierfür im
Polnischen ‘Blöckchen’ verwendet wird.